Geschichte

Entstehung von Grüne Andersrum

1996 hat der Bundeskongress bei seiner Tagung in Linz den Bundesarbeitskreis Grüne Andersrum eingerichtet. Grüne Andersrum arbeiten seit her kontinuierlich auf der Bundesebene und auf der Landesebene in Wien und die Einrichtung der Wiener Antidiskriminierungs- bzw. Gleichbehandlungsstelle für Lesben und Schwule ist ein Erfolg der Arbeit dieses Arbeitskreises. Bisher allerdings nicht gelungen ist die Ausdehnung der Aktivitäten auf die anderen Bundesländer. Dies ist im Falle Oberösterreichs um so bedauerlicher, weil gerade die Grünen in Oberösterreich in der Lesben- und Schwulenfrage als richtungsweisend für die Gesamtpartei bezeichnet werden können. Immerhin hat die oberösterreichische Landespartei als erste Teilorganisation die Gleichstellung der Lesben und Schwulen programmatisch verankert und im Programm zu den Landtagswahlen 1997 durch die Übernahme fast aller Forderungen der Lesben- und Schwulenbewegung in Oberösterreich – d.h. der HOSI Linz - auch inhaltlich so umfassend gestaltet, dass die Grünen Oberösterreich neben den Wiener Grünen auch hier eine Spitzenposition einnehmen.

Ein weiterer Grund ist die eingangs bereits erwähnte starke Orientierung des bestehenden Bundesarbeitskreises auf die bundespolitischen Belange, die sich seit dem Einzug der früheren Sprecherin des Arbeitskreise, Ulrike Lunacek, in den Nationalrat auch ein Stück weit in Richtung Klubarbeit verschoben haben, sowie die Arbeit auf der lokalen Wiener Ebene, wo sich der Arbeitskreis auf die Möglichkeiten einzelner BezirksrätInnen stützen kann. Für Interessierte und AktivistInnen aus den anderen Bundesländern und also auch aus Oberösterreich ist allein die räumliche Distanz zu Wien bereits oft genug Hindernis, an den Treffen teilzunehmen, geschweige denn mit Wünschen und Anregungen für eine verstärkte Arbeit in einzelnen anderen Bundesländern durchzudringen. Hier kann eine eigenständige Teilorganisation des Arbeitskreises in Oberösterreich einerseits eigene Akzente setzen, andererseits wird die Stimme der Delegierten aus Oberösterreich beim Bundesarbeitskreis eine stärkeres Gewicht bekommen, wenn diesen Delegierten eine eigene Organisationsstruktur den Rücken stärkt.

Drittens ist auch die oberösterreichische Situation letztlich eine unbefriedigende. Dem fortschrittlichen Parteiprogramm der Oberösterreichischen Grünen und der lesben- und schwulenfreundlichen Haltung der Gremien der Partei steht trotzdem allzu oft eine Basis gegenüber, die mit diesem Thema wenig bis gar nichts anfangen kann. Grüne Andersrum halten es für angebracht, die Frage der Gleichstellung von Lesben und Schwulen auch innerhalb der Partei immer wieder zu thematisieren und die Mitglieder, AktivistInnen und FunktionärInnen der oberösterreichischen Grünen in ihrer täglichen politischen Arbeit in dieser Frage zu unterstützen.

Viertens und letztens erscheint es sinnvoll, den Lesben und Schwulen in Oberösterreich die Grünen als wählbare Alternative näher zu bringen, zumal es politisch Sinn macht, dieses Feld nicht allein den anderen Parteien zu überlassen, noch dazu gerade die Grünen die Anliegen der Lesben und Schwulen im Parlament, den Landtagen und Gemeinderäten immer wieder ventilieren.

Daraus ergeben sich folgende Handlungsmöglichkeiten:

  • Durchführung von Veranstaltungen, die geeignet sind, auf breiteres Interesse in der Öffentlichkeit und in den Medien zu stoßen, so dass grüne Positionen und Inhalte vermittelt werden können.

  • Kooperation mit Grüne Andersrum-Bund und der oberösterreichischen Lesben- und Schwulenbewegung (insbesondere der HOSI Linz), um innerhalb der Lesbian and Gay Community in Oberösterreich Profil zu gewinnen und die Lesben und Schwulen mit den Grünen in Kontakt zu bringen.

  • Erarbeitung und Aufbereitung lesbisch-schwuler Themen für die politische Arbeit der Grünen FunktionärInnen und MandatarInnen und Koordination allfällig begleitender Zusammenarbeit mit der Lesben- und Schwulenbewegung in Oberösterreich und Unterstützung der Grünen Wahlbewegung.

  • Zusammenarbeit mit anderen Teilorganisationen der Partei und den der Partei nahe stehenden Gruppierungen (GRAS, Jugend, Frauen), insbesondere aber mit der Grünen Bildungswerkstatt hinsichtlich Bildungs- und Informationsarbeit innerhalb der Partei.

  • Regelmäßige Informationstätigkeit über die Arbeit und die politischen Absichten des Arbeitskreises in einschlägigen Szenemagazinen, aber auch im OÖ Planet, sowie Produktion und Verteilung von Informationsmaterialien.

Alle diese möglichen Handlungsfelder aber auch sonstige, hier nicht aufgeführte, erfolgen in enger Abstimmung mit der Partei und den entsprechenden Gremien, aber auch der Grünen Bildungswerkstatt und stehen auf der Grundlage des Parteistatutes der Grünen Oberösterreich.

Grüne Andersrum Oberösterreich besetzen alle Funktionen durch geheime Wahlen analog zum Statut der Partei. Insbesondere sind dies die Funktionen der SprecherInnen und der/des Finanzverantwortlichen. Die Mitgliedschaft und das sich daraus ergebende Stimmrecht stehen nur Mitgliedern der Grünen Oberösterreichs zu, die Teilnahme und Mitarbeit ist für alle Interessierten offen.




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